Lamotrigin in der Schwangerschaft – Ist Lamotrigin sicher in der Schwangerschaft?

Wer und was wurde untersucht?

Es handelte sich um eine bevölkerungsbasierte Fall-Fehlbildungs-Kontroll-Studie mit 10,1 Millionen Geburten zwischen 1995 und 2011 in 16 Ländern in Europa.

Die Forscher untersuchten das relative Risiko für orofaziale Spalt- und Klumpfußfehlbildungen nach einer Lamotrigin-Monotherapie im ersten Trimester.

Was waren die Ergebnisse?

In der Studienpopulation gab es 226.806 Geburten mit einer größeren angeborenen Fehlbildung, von denen 88 % nicht-chromosomal und 12 % chromosomal bedingt waren. Von den nicht-chromosomalen kongenitalen Anomalien waren 1.286 Babys im ersten Trimester einem Antiepileptikum ausgesetzt.

Von diesen waren 147 Babys Lamotrigin-Monotherapie-exponiert, und weitere 98 waren Lamotrigin als Teil einer Polytherapie-Strategie mit Valproinsäure ausgesetzt worden. Darüber hinaus war in 77,1 % der Fälle der Grund für die Verschreibung von Lamotrigin die mütterliche Epilepsie.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass die orofaziale Spalte signifikant mit der Exposition gegenüber Antiepileptika assoziiert war.

Für die Lamotrigin-Monotherapie gab es jedoch keinen Bericht über eine signifikante Assoziation mit einer orofazialen Spalte oder Gaumenspalte. Aus diesen Daten berichten die Forscher, dass das Risiko, eine orofaziale Spalte durch Lamotrigin zu entwickeln, weniger als 1 von 550 Lamotrigin-exponierten Babys beträgt.

Die Daten zum Auftreten eines Klumpfußes nach Exposition mit Lamotrigin im ersten Trimenon waren nicht vorhanden. Die Autoren fanden keine starken unabhängigen Hinweise auf ein Risiko für Klumpfuß nach dem ursprünglichen Signal. Es gab keine Assoziation zwischen Klumpfuß und irgendeinem Antiepileptikum, das während des ersten Trimesters der Schwangerschaft eingenommen wurde.

Wir konnten keinen statistisch signifikanten unabhängigen Hinweis auf einen Klumpfuß-Exzess finden. Der Gesamtexzess einschließlich des ursprünglichen Signals bleibt jedoch statistisch signifikant. Wir empfehlen, diese Anomalie auch in Kohortenstudien mit vergleichbaren diagnostischen Einschlusskriterien zu überprüfen.

WAS SAGT UNS DIE STUDIE?

Diese Studie zeigt, dass im Gegensatz zum Neurology-Bericht aus dem Jahr 2008 kein erhöhtes Risiko für eine orofaziale Spaltbildung oder einen Klumpfuß besteht, wenn die Mutter während des ersten Trimesters Lamotrigin erhalten hat.

STÄRKEN UND LIMITATIONEN

Diese Studie hat eine große Populationsgröße und ist im Vergleich zu vielen anderen Antiepileptika-Kohortenstudien gut kontrolliert.

Allerdings schließt diese Studie keine Bandbreite von Lamotrigin-Dosen ein, so dass nicht bekannt ist, ob höhere Dosen mit dem Risiko für kongenitale Anomalien assoziiert sind.

Fall-Kontroll-Studien können zu einer Über- oder Unterschätzung der Odds Ratios neigen, abhängig vom Risiko der Kontrollexposition.

Schließlich wurde diese Studie zum Teil von GlaxoSmithKline finanziert und gesponsert, die an der Planung dieser Studie beteiligt waren. GlaxoSmithKline produziert und vertreibt das Produkt Lamictal, ein Lamotrigin-Präparat.

Das große Bild

Dieser Bericht ist eine Folgestudie derselben Arbeitsgruppe, die untersuchte, ob Lamotrigin das relative Risiko einer orofazialen Spaltung erhöht. Diese ursprüngliche Studie analysierte 3,8 Millionen Geburten und hatte gezeigt, dass es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer Lamotrigin-Monotherapie und orofazialen Spaltfehlbildungen gibt.

Diese neue Studie ist mehr als doppelt so groß wie die vorherige Studie und untersucht auch das Risiko für andere angeborene Anomalien wie Klumpfuß. Denn die frühere Studie hatte ursprünglich Hinweise auf ein signifikantes Auftreten von Klumpfuß nach Lamotrigin-Monotherapie im ersten Trimester der Schwangerschaft gefunden. Die aktuelle Studie zeigt keine statistisch signifikanten, unabhängigen Hinweise auf ein Klumpfuß-Vorkommen.

Viele Antiepileptika, wie z.B. Topiramat, wurden früher mit orofazialen Spaltbildungen in Verbindung gebracht. Der zugrunde liegende biologische Mechanismus, der Antiepileptika und angeborene Anomalien miteinander verbinden könnte, ist jedoch unbekannt. Möglicherweise spielt auch eine genetisch bedingte individuelle Anfälligkeit eine Rolle.

Das Risiko für schwere angeborene Fehlbildungen ist bei Valproat im Vergleich zu anderen Antiepileptika am höchsten.

QUIZ

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