Petra

Petra, arabisch Baṭrā, antike Stadt, Zentrum eines arabischen Königreichs in hellenistischer und römischer Zeit, dessen Ruinen im Südwesten Jordaniens liegen. Die Stadt wurde auf einer Terrasse erbaut, die von Osten nach Westen vom Wadi Mūsā (dem Tal des Moses) durchbrochen wird – einer der Orte, an denen der Überlieferung nach der israelitische Führer Moses an einen Felsen schlug und Wasser hervorbrach. Das Tal ist von Sandsteinfelsen umgeben, die von roten und violetten bis hin zu blassgelben Schattierungen durchzogen sind. Aus diesem Grund wurde Petra von dem englischen Bibelwissenschaftler John William Burgon im 19. Jahrhundert als “rosarote Stadt, halb so alt wie die Zeit” bezeichnet. Die moderne Stadt Wadi Mūsā, die an die antike Stadt angrenzt, dient hauptsächlich dem stetigen Strom von Touristen, die die Stätte weiterhin besuchen.

Al-Dayr (“das Kloster”) in Petra, Jordanien.

© Shawn McCullars

PetraEncyclopædia Britannica, Inc.

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Der griechische Name Petra (“Fels”) ersetzte wahrscheinlich den biblischen Namen Sela. In Petra wurden Überreste aus dem Paläolithikum und Neolithikum entdeckt, und es ist bekannt, dass Edomiter das Gebiet um 1200 v. Chr. besetzten. Jahrhunderte später besetzten die Nabatäer, ein arabischer Stamm, die Stadt und machten sie zur Hauptstadt ihres Königreichs. Im Jahr 312 v. Chr. wurde die Region von seleukidischen Truppen angegriffen, denen es jedoch nicht gelang, die Stadt einzunehmen. Unter der Herrschaft der Nabatäer florierte Petra als Zentrum des Gewürzhandels, der so unterschiedliche Reiche wie China, Ägypten, Griechenland und Indien einbezog, und die Einwohnerzahl der Stadt schwoll auf 10.000 bis 30.000 an.

Petra: Al-Dayr

Al-Dayr (“Das Kloster”) in Petra, Jordanien.

Dennis Jarvis (CC-BY-2.0) (A Britannica Publishing Partner)

Als die Nabatäer 106 n. Chr. von den Römern besiegt wurden, wurde Petra Teil der römischen Provinz Arabien, blühte aber weiter auf, bis veränderte Handelsrouten seinen allmählichen wirtschaftlichen Niedergang verursachten. Nachdem ein Erdbeben (nicht das erste) die Stadt im Jahr 551 beschädigte, scheint die Besiedlung aufgehört zu haben. Die islamische Invasion fand im 7. Jahrhundert statt, und ein Außenposten der Kreuzfahrer ist ein Beweis für Aktivitäten dort im 12. Nach den Kreuzzügen war die Stadt der westlichen Welt unbekannt, bis sie 1812 von dem Schweizer Reisenden Johann Ludwig Burckhardt wiederentdeckt wurde.

Petra: Römisches Tor

Römisches Tor in Petra, Jordanien.

© Ron Gatepain (A Britannica Publishing Partner)

Ausgrabungen ab 1958 im Auftrag der British School of Archaeology in Jerusalem und später des American Center of Oriental Research haben das Wissen über Petra stark erweitert. Die Ruinen werden normalerweise von Osten her durch eine schmale Schlucht erreicht, die als Siq (Wadi Al-Sīq) bekannt ist. Eine der ersten Stätten, die man vom Siq aus sieht, ist die Khaznah (“Schatzkammer”), die eigentlich ein großes Grabmal ist. Al-Dayr (“das Kloster”) ist eines der bekanntesten in Fels gehauenen Denkmäler von Petra; es ist eine unvollendete Grabfassade, die in byzantinischer Zeit als Kirche genutzt wurde. Viele der Gräber von Petra haben kunstvolle Fassaden und werden heute als Wohnhäuser genutzt. Der Hohe Opferplatz, ein kultischer Altar aus biblischer Zeit, ist eine gut erhaltene Stätte. Um die große Bevölkerung der antiken Stadt zu versorgen, unterhielten die Bewohner ein umfangreiches hydrologisches System mit Dämmen, Zisternen, in Fels gehauenen Wasserkanälen und Keramikrohren. Ausgrabungen, die 1993 begannen, brachten weitere Tempel und Monumente zum Vorschein, die einen Einblick in die politischen, sozialen und religiösen Traditionen der antiken Stadt geben. Die Ruinen sind anfällig für Überschwemmungen und andere Naturphänomene, und der zunehmende Touristenverkehr hat die Monumente ebenfalls beschädigt. Im Jahr 1985 wurde Petra von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Siehe auch Iranische Kunst und Architektur: Petra und Palmyra.

Die Khaznah (“Schatzkammer”) in Petra, Jordanien.

© Lovrencg/Fotolia

Petra: Der Siq

Der Siq (Wadi Al-Sīq), der schmale Canyon-Gang, der zu den Ruinen von Petra in Jordanien führt.

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Petra: Die Khaznah

Die Khaznah (“Schatzkammer”), Petra, Jordanien.

© Ron Gatepain (A Britannica Publishing Partner)

Petra: Gräber

Gräber in Petra, Jordanien.

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Petra

Obelisk Tomb (oben) und das Bāb al-.Sĩq Triclinium (unten), Petra, Jordanien.

© Ron Gatepain (A Britannica Publishing Partner)

Petra, Jordanien: Qasr al-Bint

Qasr al-Bint, der Tempel der Dusares, die größte Fassade in Petra, Jordanien.

Dennis Jarvis (CC-BY-2.0) (A Britannica Publishing Partner)

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