Top 20 Lebensmittel aus Belgien (mit Fotos!)

Posted on Sep 15th, 2020
von Matthew De Cae
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Fritten, Bier und Schokolade… kaum ein Trio von Lebensmitteln, das die Titelseite des Weight Watchers Magazins zieren würde. Obwohl die belgische Küche unbestreitbar im Fokus der kulinarischen Öffentlichkeit steht, bietet sie eine breite Palette an schmackhaften Erfahrungen, die sich am besten mit dem Satz “deutsche Quantität gemischt mit französischer Qualität” zusammenfassen lässt.

In der jüngeren Vergangenheit wurden immer wieder Zweifel an der nationalen Integrität des Landes laut, die vor allem durch die soziokulturellen Divergenzen zwischen Wallonien (Süden) und Flandern (Norden) hervorgehoben wurden. Und in einem Land, in dem die Kunst des diplomatischen Konsenses weithin gerühmt wird, scheint es, als ob Essen und Trinken alles andere als ein Grund für eine Spaltung sind.

Hier sind die Top 20 Lebensmittel aus Belgien. C’est parti!

Belgische Pommes frites

Belgische Pommes frites; Foto: Gav`s kitchen

Es gibt Dinge, die sind unsinnig. So beginnen wir diesen Artikel ohne eine ehrenvolle Erwähnung dessen, worauf die Belgier wohl am meisten stolz sind (neben Bier und Schokolade, versteht sich). Während sich der Begriff “Pommes frites” irgendwie weltweit im kulinarischen Jargon etabliert hat, müssen wohl selbst die Franzosen zugeben, dass es in Wahrheit nichts gibt, was die belgische Variante übertrifft.

Was macht die belgischen “Chips” so einzigartig? Darin liegt ein Geheimnis, das die Welt vielleicht nie lüften wird. Was wir wissen, ist, dass die Kartoffeln zunächst zweimal in strengen, bewussten Zeitabständen frittiert werden. Das erste Frittieren gibt den Pommes frites ihre Zartheit. Die zweite Phase, kurz vor dem Servieren, sorgt für die goldbraune Farbe und die unverwechselbare Knusprigkeit. Insgesamt kann man sagen, dass die belgischen Pommes frites eine unvergleichliche Beilage zu fast jedem belgischen Gericht sind.

Lapin à la Gueuze (Gueuze-Kaninchen)

Lapin à la gueuze; Photo credit: Brussels.Life

Im Jahr 2016 wurde das belgische Bier in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Gueuze, ein Lambic-Bier, das typischerweise trocken und säuerlich ist, bildet die Grundlage für ein Gericht, das sich bestens für winterliche Bedingungen eignet. Das geschmorte Kaninchen wird mit Selleriewurzel, Zwiebel und Vollkornsenf verfeinert, was das Gefühl der saisonalen Zugehörigkeit noch verstärkt. Als Beilagen eignen sich vor allem pürierte Kartoffeln oder knuspriges Brot.

Stoemp

Stoemp; Photo credit: Simon Aughton

Traditionell als Beilage zu gebratenem Hackfleisch, gebratenem Boudin, gegrilltem Speck oder sogar Entrecote, ist Stoemp die Brüsseler Version des klassischen niederländischen Stamppot-Gerichts. Eine perfekte Mischung aus Kartoffelpüree und anderem Wurzelgemüse, zu dem Sahne, Zwiebel (oder Schalotten), Kräuter, Gewürze und Speck eine perfekte Ergänzung bilden.

Bouletten à la Liégeoise

Bouletten à la Liégeoise; Bildnachweis: ELIZABETH’S KITCHEN DIARY

Das Boulet à la liégeoise ist das ideale Beispiel dafür, wie bestimmte Rezepte sogar von einem Haushalt zum anderen variieren können. Die Basis dieser Spezialität besteht jedoch aus einem oder zwei großen Fleischbällchen, die aus einer raffinierten Kombination von Schweinefleisch, Kalbfleisch, Hackfleisch, Semmelbröseln, Petersilie und Zwiebeln zusammengesetzt werden. In Lüttich, der Stadt, aus der das Gericht stammt, ist es in manchen Lokalen die einzige Spezialität, die man findet und die damit ihrem kulinarischen Rang gerecht wird.

Traditionell wird das Fleisch mit Pommes frites, Mayonnaise und mild gewürzten Crudités serviert und in einer süß-sauren Sauce aus Essig, Zwiebeln, braunem Zucker, Lütticher Sirup und Rosinen geschmort.

Carbonnade Flammande

Carbonnade Flammande; Photo credit: Pinterest

Ein flämischer Eintopf aus Rind- oder Schweinefleisch, gewürzt mit Thymian, Lorbeerblättern, Senf und, offensichtlich, belgischem Bier. Die Wahl des Biers ist von grundlegender Bedeutung, da Sie den bitter-sauren Geschmack extrahieren wollen. Oud bruin (Altes Braunbier) oder flämisches Rotbier passt daher perfekt dazu. Als Beilagen sollten Sie sich an den bereits erwähnten Stoemp, belgische Pommes frites oder Salzkartoffeln halten.

Chicon au Gratin

Chicon au Gratin; Photo credit: Match s.a.

Suchen Sie nach weiteren Möglichkeiten, die kalten Winterspitzen zu überwinden? Bittersüße Glückseligkeit erwartet Sie mit diesem Power-Duo aus geschmortem Endivien, eingerollt in süße, gebackene Schinkenscheiben, alles bedeckt mit einer Mornay-Sauce und etwas geriebenem Käse (vorzugsweise Gruyère).

Waterzooi de Poulet

Waterzooi de Poulet; Photo credit: Fanfo

Der Waterzooi hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert in der flämischen Stadt Gent und hat den Test der Zeit auf unbestreitbare Weise bestanden. Obwohl er traditionell mit weißem Fisch serviert wird, scheint die Variante mit Huhn immer mehr Anhänger zu finden. Kartoffeln und eine dicke Scheibe Brot gelten als Bonus zur eigentlichen Basis aus Gemüse und der überragenden Cremigkeit der Suppe.

Choux de Bruxelles

Choux de Bruxelles; Photo credit: RitaE von

Gedünstet, gekocht, unter Rühren gebraten, gegrillt, gebraten, eingelegt, sautiert: ein Allrounder im wahrsten Sinne des Wortes. Die Vielfalt der Zubereitungsarten des Sprosses wird noch verstärkt durch das Angebot an scheinbar grenzenlosen Beilagen, die mit seinem nussig-bitteren Geschmack harmonieren. Dazu gehören Schweinebraten, Senf, Käse und Schinken, Kastanien, süß-saure Soße und so weiter. Die Belgier wählten ihr Gift, seit diese Knospen bereits im 5. Jahrhundert in und um Belgien kultiviert wurden.

Moules Frites

Moules Frites; Photo credit: thefoodplace.co.uk

Nicht zu verwechseln mit den “Muscheln aus Brüssel”, sind die moules-frites ein fast unausweichlicher Klassiker rund um die flämische Küste. Sie werden in verschiedenen Geschmacksrichtungen serviert, die gängigsten Varianten sind Moules natures (gedünstet mit Sellerie, Butter und Lauch), Moules marinières (Schalotten, Petersilie, Butter und Weißwein), Moules à la crème (mit Sahne und Mehl angedickt) oder auch, was sonst, Moules à la bière.

L’Américain

L’Américain; Photo credit: Visit Brussels

Rindfleisch, das in vielerlei Hinsicht dem französischen Tartar ähnelt. Das belgische Américain unterscheidet sich vor allem dadurch, dass Mayonnaise als Hauptzutat verwendet wird, was dem ganzen Gericht eine pastösere Textur verleiht. Um die Sache ein wenig aufzupeppen, werden fein gehackte Zwiebeln, Worcestersauce, Kapern und vor allem belgische Essiggurken hinzugefügt. Wie nicht anders zu erwarten, rundet eine ordentliche Portion belgischer Pommes das Gericht ab.

Mitraillette

Mitraillette; Photo credit: Trip Advisor

Die Mitraillette, “Maschinenpistole”, schafft es ganz sicher nicht auf die Liste der Top 20 der erst-Date-freundlichsten Speisen. Die bei Studenten beliebte Mitraillette ist, ganz unverblümt gesagt, eine Art Sandwich, das mit Pommes und gebratenem Fleisch belegt ist. Letzteres variiert von Steaks über Würstchen bis hin zu Hamburgern, je nachdem, in welcher Frittenbude und/oder in welchem Café Sie sich befinden, obwohl die meisten Lokale alles im Angebot haben. Fügen Sie beliebte Soßen wie Andalouse, Mayonnaise, Knoblauch oder Curry-Ketchup hinzu, und Sie werden Ihren gut gemeinten Besuch im Fitnessstudio mit Sicherheit um weitere 24 Stunden verschieben.

Bicky Burger

Bicky Burger; Photo credit: Belga

Fleischliebhaber aufgepasst. Hier kommt der frittierte Patty aus Hühner-, Schweine- und Pferdefleisch. In Wahrheit stammt der Bicky Burger aus den Niederlanden. Doch seit den 1980er-Jahren haben ihn die Belgier angeblich lieber als ihre niederländischen Kollegen. Die vielgerühmte Bicky-Sauce ist das, worauf es ankommt: eine exquisite, etwas pornografische Fusion aus Senf, Gurken, Zwiebeln, Kohl und Blumenkohl. Weitere Füllungen sind Essiggurken, Röstzwiebeln und bei Bedarf scharfe Sauce.

Croquettes aux Crevettes Grises

Croquettes aux Crevettes Grises; Photo credit: Telepro

Der Crangon Crangon. Was sich zunächst wie eine alberne Nebenfigur aus Star Trek anhört, wird im Volksmund eher als Buchtgarnele, Sandgarnele oder, nach der französischen Übersetzung, als Graue Garnele bezeichnet. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie hauptsächlich in der südlichen Nordsee gefischt wird. Daher wird man an der flämischen Küste kaum eine Restaurantkarte finden, auf der die Croquette aux crevettes grises nicht prominent vertreten ist.

Tomates Crevettes

Tomates Crevettes; Bildnachweis: Intermarché

Etweder als Hauptgericht mit Pommes frites oder als Vorspeise serviert, bietet die Tomate Crevette eine erfrischende Alternative zu den bisher vorgestellten deftigeren Gerichten. Die ungekochte Tomate ist mit einer Kombination aus Garnelen (grau…natürlich), Mayonnaise, Petersilie, Zitronensaft und Tomatensaft gefüllt. Der Tomatendeckel dient lediglich als dekoratives Element. Auf einem Bett aus frischem Salatgrün anrichten und voilà!

Lütticher Waffel

Lütticher Waffel

Die Lütticher Waffel. Ein unvergleichliches Geflecht aus weichem Inneren und knusprigem Äußeren, das durch seine karamellisierten Zuckerkörner noch unwiderstehlicher wird. Die charakteristisch dicke, fluffige Textur steht in tadellosem Kontrast zu ihrer knisternden Außenseite. Zusammen mit den Bouletten ist es ein absolutes Muss, wenn man in Lüttich ist.

Brüsseler Waffel

Brüsseler Waffel; Bildnachweis: Visit Brussels

Die Brüsseler Waffel unterscheidet sich nicht nur im Aussehen von der Lütticher Ausgabe. Gleichmäßig rechteckig, mit tieferen Löchern und glatteren Rändern, ist erstere auch leichter im Geschmack, da sie mit Eiweiß und dünnem Hefeteig zubereitet wird. Die übliche Zugabe von Schlagsahne oder Eiscreme kann jedoch die gut gemeinte, anfängliche Leichtigkeit abschwächen.

Le Merveilleux

Le Merveilleux; Photo credit: Grains de Sel

In einem Land, das weltweit als das Herzstück in Sachen Schokolade gilt, geht es nicht viel besser als hier. Das merveilleux ist ein Kuchen, der sogar in einigen US-Städten seinen Weg gefunden hat. Schokoladenraspeln auf einem Bett aus Schlagsahne bilden das Topping für einen Boden aus doppelschichtigen, leichten Baisers. Luftig im Geschmack, kann eine kandierte Kirsche vor allem zu dekorativen Zwecken hinzugefügt werden.

Cuberon

Cuberon; Photo credit: ONFOODANDWINE

Ein kegel-/nasenförmiges Bonbon aus Gent, das dem Ausdruck “den süßen Punkt treffen” eine ganz neue Definition gibt. Ursprünglich lila und mit Himbeergeschmack, gibt es das gallertartige, klebrige Innere und die etwas härtere Außenseite nun in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen. Dem nicht-belgischen Publikum weitgehend unbekannt, weckt das Cuberon, ein Sirup, der bei einem missglückten Apothekerexperiment vor 150 Jahren unerwartet über Nacht zur Süßigkeit wurde, bei vielen Einheimischen ein Gefühl von Nostalgie und Kindheitserinnerungen.

Pain Cramique

Pain Cramique; Photo credit: CuisineAZ

Hier also eine Variante der reichhaltigen und zarten Brioche, die mit Rosinen gefüllt ist und wirklich nationalen Charakter hat. Sie wird hauptsächlich zum Frühstück und/oder zur Teezeit verzehrt. Beliebte Aufstriche sind Butter, Marmelade, Kakao und sogar Gänsestopfleber, wobei die Scheiben leicht getoastet werden. Das pain cramique ist ein echter Favorit in flämischen, wallonischen oder Brüsseler Haushalten. Vive la Belgique!

Café Liégeois

Café Liégeois; Photo credit: JACOBS DOUWE EGBERTS

Im Jahr 1914 fand die Schlacht von Lüttich statt, von der man annimmt, dass sie den Vormarsch der deutschen Truppen in Frankreich vorübergehend stoppte. In einem Akt der Dankbarkeit und Ehre gegenüber der Lütticher Widerstandsfähigkeit, die es der französischen Armee ermöglicht hatte, sich neu zu organisieren, wurde das, was früher als café viennois bekannt war, in café liégeois umgetauft. Hergestellt aus leicht gesüßtem Kaffee, Schlagsahne und Mokka-Eis ist er ein Paradebeispiel für den Begriff “Kalorienbombe”! Grausam und doch so verlockend.

Matthew De Cae

Matthew ist ein begeisterter Sprachschüler (13 und mehr), Musiker und begeistert von persönlicher Entwicklung. Er wuchs in einem belgisch-britischen Haushalt in Luxemburg auf und hat in den letzten 12 Jahren in 12 europäischen Ländern gelebt. Der Begriff “Nomadisches Unternehmertum” beschreibt am besten seine Fähigkeit und seinen Wunsch, sich an alle gegebenen soziokulturellen Kontexte anzupassen und schnell herauszufinden, wie er für andere von Wert sein kann.

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